Einkaufen mit Mundschutz

Liebe Leserin, liebe Leser,

aufgrund der Corona-Pandemie fällt darf ich die Seniorinnen und Senioren der Seniorenresidenz in Leonberg immer noch nicht zu einem Bastelnachmittag einladen. Ich kann beim Basteln nicht den 1,5 m- Abstand einhalten. Deshalb habe ich Ihnen einsklein Geschichte geschrieben, die ich beim Einkaufen erlebt habe:

Altstadt Leonberg

Ich „liebe“ das Einkaufen mit Mundschutz.

Bei meinem letzten Einkauf in einem Supermarkt kamen mir nur Menschen entgegen, die das halbe Gesicht oder sogar dreiviertel des Gesichtes mit einem großen, selbstgemachten oder gekauften Mundschutz bedeckt hatten. Zu sehen waren nur noch die Augen und Ohren an denen der Mundschutz befestigt war. Bei Brillenträgern beschlugen die Gläser beim Ausatmen. Diese Menschen schoben Einkaufswagen vor sich her, gleichgültig ob sie sie brauchten oder nicht, denn ohne diese Wagen durfte man nicht in den Laden. Ich kam mir wie in einem Science fiction Film vor, bis ich realisierte, dass ich genauso aussah, denn ich trug natürlich auch einen Mundschutz und schob so einen Einkaufswagen vor mich her. Nach dem ich die nötigsten Sachen in den Wagen gelegt hatte – nein Klopapier war nicht dabei – kam ich an die Käsetheke, an der schon einige Kunden warteten. So stellte ich mich in gehörigem Abstand (1,5 m) in die Reihe und hörte mir die Dialoge zwischen der Verkäuferin und den Kunden an. Sie verliefen nicht wie nicht üblich, da das Sprechen mit dem Mundschutz nicht so ganz einfach ist und sich vieles anders anhört, als was man gesagt hat.

Hier ist ein Beispiel für so ein Gespräch:

Verkäuferin: Was wünschen Sie?
Kunde: einen Gauda Käse am Stück?
Verkäuferin: was für einen Käse?
Kunde: Gauda.
Verkäuferin: Meinen Sie den? Und zeigt auf einen.
Kunde: Schüttelte energisch mit dem Kopf und zeigt mit ddem Zeigefinger auf die rechte Seite der Theke.
Verkäuferin deutet auf ein Stück Käse, der Kunde nickte zufrieden.
Verkäuferin: Wie viel Gramm möchten Sie?
Kunde: Nein im Ganzen.
Verkäuferin: wirklich den ganzen? und hob eine großen runden Käse hoch.
Kunde: „Nein!!!!“ Nur 300 g und das am Stück. Dazu zeigte er drei Finger. Die Verkäuferin hatte ihn verstanden und der Kunde bekam endlich das, was er wollte.
Ich hatte aus diesem Verkaufsgespräch gelernt, zeigte auf einen Käse, 4 Finger hoch und sagte 400 g bitte und im Stück. Die Kunden, die hinter mir standen, waren dankbar, dass dieses Verkaufsgespräch so kurz war.

Zum Schluss musste ich noch zum Bäcker, auch hier war Mundschutzpflicht, sowohl für die Verkäuferin wie auch für den Kunden. Da der Bäcker einen Stand in einer Einkaufspassage hatte, waren die Hintergrundgeräusche ziemlich laut. Das hatte ich nicht bedacht und so verlief mein Kaufgespräch folgendermaßen:
Ich: Ich möchte drei Laugenstangen
Verkäuferin: Die Sesamstangen sind schon ausverkauft.
Ich: ich möchte Laugenstangen.
Verkäuferin: Wie viel Laugenbrötchen möchten Sie?
Ich erinnerte mich jetzt an das Käse-Verkaufsgespräch und zeigte auf die Laugenstangen und hob drei Finger hoch. Die Verkäuferin verstand meinen Wunsch und packte mir drei Laugenstangen ein.
Ja, das Einkaufen mit Mundschutz ist gar nicht so leicht.

 

Bis bald wieder und bleiben Sie gesund.

Martina Weise